Warum sich Buddhisten für das Klima engagieren

Dr. Thomas Seifert

garett sears

Die Klimaerwärmung bedroht die Natur und den Menschen:

  • Walddürre und Waldbrände
  • Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzer spricht von einer Jahrhundertkatastrophe.
  • 2019: größter Waldbrand in Mecklenburg seit 1934 und größter Waldbrand in Brandenburg seit 1989.

 

  • Beeinträchtigung der Landwirtschaft wegen Dürre
  • 2018 war für die Landwirtschaft in Deutschland wegen Hitze und Dürre ein Katastrophen­jahr. Die Schäden beliefen sich 3 Milliarden Euro. Staatliche Unterstützung war nötig. 2019 fällt besser aus. Einbrüche gab es dennoch beim Raps.
  • Die deutsche Landwirtschaftsministerin sagt, die Bauern müssten sich auf den Klimawechsel einstellen.

  • Erwärmung und Versauerung der Meere
  • Die Meere nehmen den weitaus größten Teil der Wärmemenge auf, dadurch steigt die Meerestemperatur. Die erhöhte Temperatur schadet den Korallen. Fischarten wandern nach Norden.
  • Durch die Aufnahme großer Mengen des Kohlendioxids der Atmosphäre versauern die Ozeane. Davon sind die Korallen und Kleinstlebewesen betroffen, die am Anfang der Nahrungskette stehen.

 

  • Gletscherschmelze
  • Durch den Klimawandel ziehen sich die Gletscher weltweit dramatisch zurück. Ehemalige Gletschertäler verwandeln sich in öde Gesteinswüsten. Die Artenvielfalt verschwindet.
  • Seit 1990 hat die Durchschnittstemperatur in Grönland im Sommer um 1,8 °C und im Winter um 3 °C erhöht. Das Eis in Grönland schmilzt 6-mal schneller als 1980.

 

  • Zunahme von Extremwetterlagen
  • Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Zukunft mit mehr Stürmen, extremen Regenfällen und Hitzewellen aufgrund der Klimaerwärmung.
  • Hurricane Dorian zerstört auf den Bahamas 13000 Häuser und fordert bisher 50 Todesopfer.

 

  • Direkte Einwirkung der Hitze auf den Menschen
  • Hitzewellen kosten nach Schätzungen Tausenden Menschen in Deutschland das Leben.
  • 2018: Allein Berlin 490 Hitztote.1032 Hitzetote in Japan.

 

  • Bedrohung des sozialen Friedens durch klimatisch bedingte Migration
  • Überschwemmungen, Zyklone und andere extreme Wetterereignisse haben im ersten Halbjahr 2019 weltweit rund 7 Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen gemacht.

 
Dieser Klimawandel mit all seinen schädlichen Wirkungen ist erst der Anfang. Alle Kurven zeigen nach oben: CO2 und Temperatur. Die schädlichen Treibhausgase in der Atmosphäre werden weiter zunehmen und bleiben dort über Jahrhunderte wirksam. Es drohen die komplette Eisschmelze, Anstieg der Meeresspiegel, Überschwemmungen im großen Maßstab, Auftauen der Permafrostböden, Wetterkatastrophen, Massenmigration mit der Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen.



theodor vasile 1t1RHW06m88 unsplashBuddhisten sind besorgt um das Wohl der Menschen

Buddhisten versuchen vornehmlich den Menschen zu helfen, sich von den Illusionen zu befreien und zum Erwachen zu kommen. Dies ist jedoch nur so lange ausreichend, wie die Grundbedürfnisse der Menschen gewährleistet sind: Nahrung, Wohnung, Kleidung, keine Bedrohung für Leib und Leben. Wenn Menschen von einer existentiellen Gefahr bedroht werden, muss die vordringliche Sorge der Beseitigung der Bedrohung und der Sicherung ihrer Existenz gelten. Können Buddhisten hier nur zusehen und auf die Hilfe von anderen hoffen? Sollten sie sich darauf beschränken, mit ihrer spirituellen Hilfe die Menschen leidensfähiger zu machen? Dies wäre eine allzu fatalistische Einstellung. Wenn sich Buddhisten dagegen für eine Abwendung einer existentiellen Gefahr engagieren, warum dann nur außerhalb der buddhistischen Gemeinschaft? Muss ein Buddhist sein Rakusu erst ausziehen, bevor er eine Gefahr für Mensch oder Natur abwendet? Nein! Er kann es anbehalten!

Buddhisten sind besorgt um das Wohl der Natur

Jemand, der sich um das Wohl der Menschen sorgt, der muss sich zwangsläufig auch um die Natur sorgen, da das Leben des Menschen von der Natur abhängt. Nur bei ausreichend Wasser und gesunder Nahrung aus der Natur kann der Mensch überleben. Somit müssen ebenfalls alle Anstrengungen darauf gerichtet werden eine existentielle Bedrohung der Natur abzuwenden.
Buddhisten sind aber auf das Wohl aller fühlenden Wesen bedacht. Mehr als alle anderen Religionen beziehen sie hierbei alle Tiere explizit ein. Tiere werden nicht als Objekte zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse gesehen, sondern als Geschöpfe mit eigenem Wert und Lebensrecht. Deswegen verzichten Buddhisten häufig auch auf den Verzehr von Fleisch und Fisch. Die existentielle Bedrohung von Tierarten und deren Aussterben ist für Buddhisten eine sehr traurige Angelegenheit, egal welche Tierart betroffen ist. Der Schutz von Tierindividuen und Tierarten erfordert aber wiederum einen Schutz aller Lebensräume der Tierwelt: der Landschaften der Erde, der Flüsse und Meere.

Aus diesen Gründen müssen zum Schutz von Mensch und Natur vor existentiellen Bedrohungen Buddhisten in der vordersten Linie stehen!



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