Zen und Natur

Bericht über die Aktivitäten im Kontext von „ZEN und Natur“

Aufgabenstellung

„... Es gehört zur Grundessenz des Buddhismus, dass wir uns nicht nur um unser Eigenwohl und das Wohl unserer nächststehenden Menschen (Nächstenliebe), sondern gemäß dem Vermächtnis des historischen Buddhas um das Wohl aller Wesen bemühen..."
(Zitat aus Buddhismus aktuell, 1/11).

Ziel der Aktivitäten im Rahmen von Zen und Natur ist es, uns die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur bewusster zu machen. Die Natur veranschaulicht lebendig die Prinzipien der wechselseitigen Abhängigkeit und der Unbeständigkeit. Die Natur zu verstehen, zu verstehen, dass wir niemals von der Natur getrennt sind, erlaubt es uns, Respekt und Mitgefühl zu entwickeln, den Geist des Bodhisattvas zu praktizieren.

Aktivitäten

Aktivitäten im Rahmen von ZEN und Natur fanden statt während des Frühjahrslagers in Grube Louise im Jahr 2010, während der Sommerlager im ZEN-Tempel La Gendronniere in den Jahren 2004, 2009 und 2010. Außerdem wurden im Frühjahr, Sommer und Herbst in den Jahren 2009 und 2010 Zazen-(und Wandern-)-Tage praktiziert. In der Sangha von Meister Roland Yuno Rech engagiert waren Personen aus den Dojos von Antwerpen, Mulhouse, Melle, Toulon und Trier sowie Raimund Olbrich, der Gärtner der Gendronniere. Die bisherigen Aktivitäten behandelten folgende Themenschwerpunkte: Wo ist der Berührungspunkt zwischen ZEN und Ökologie (Thema des Workshops während des Sommerlagers im Jahr 2004). Hierzu gibt es ein Protokoll in deutscher Sprache, das auf Wunsch zugesandt werden kann. Der Workshop im Jahr 2004 schloss nach der Vorbereitungszeit mit einem schönen Zitat des verstorbenen Ökologen Konrad Buchwald: "Unsere Seele bedarf der stillen Lande, um zu erfahren, dass Ewigkeit ohne Anfang und Ende ist" Das Thema des Workshops während des Sommerlagers in La Gendronniere im Jahr 2009 war die Naturbeobachtung und das Kennen lernen der verschiedenen Lebensräume (Biotope) im Gelände der Gendronniere (Wiese, Wald, Garten, Gewässer) sowie deren typischen Pflanzen und Tiere.

Naturbeobachtung: Steinlampe mit Pflanzen (Flechten und Moose) beim Schloss in La Gendronniere

Das Thema des Workshops während des Frühjahrslagers in Grube Louise im Jahr 2010 und während des Sommerlagers in 2010 war die Betrachtung wie der Mensch die Lebensräume (Biotope) von Pflanzen und Tieren durch Nutzung gestaltet. Ein Schwerpunkt während des Workshops in der Grube Louise war in diesem Zusammenhang die Bestimmung von wild wachsenden Pflanzen im Garten, in der Wiese, im Wald mit Hilfe eines Bestimmungsbuchs. Am Ende des Workshops gestalteten die Teilnehmer „Mini-Biotope“ zur Dekoration des Partyraumes.

Ein Schwerpunkt in La Gendronniere war der Garten der Gendronniere und die Kultivierung des Gartens.

Raimund Olbrich, der Gärtner der Gendronniere, stellte fest: 'Im Garten muss man zunächst zerstören um etwas (z.B. Gemüse, Blumen) kultivieren zu können.'

Während „Zazen- und Wandern“-Tagen bei Osnabrück (auf Einladung des Dojo's Melle) und in der Umgebung von Trier, die von Zazen am Abend zuvor und am Morgen des Wandertags begleitet wurden, betrachteten wir die Natur im Wechsel der Jahreszeiten und lauschten den Tieren in verschiedenen Lebensräumen in der Natur oder lernten Pflanzen kennen oder diskutierten über den Einfluss des Menschen auf die jeweilige Kulturlandschaft. Die Wanderungen fanden teils in Schweigen statt.

 

Naturerfahrung: der Wechsel der Jahreszeiten Naturerfahrung für Kinder (Foto: Dagmar Jacoby)

Diskussion

An den Veranstaltungen nahmen zwischen 2 und 14 Personen teil. Insgesamt bestand die Schwierigkeit, dass in der Regel zu wenig Zeit vorhanden war um die verschiedenen Themenschwerpunkte erschöpfend zu erarbeiten. Darüber hinaus ist die Übersetzung in die jeweilige Sprache potenzieller Interessenten während der Sommerlager in La Gendronniere eine Schwierigkeit gewesen.

Fazit

Das Bestreben ökologische Zusammenhänge zu verstehen und die Naturbeobachtung zu lernen soll fortgeführt werden, da es durchaus Interesse hierfür bei ZEN-Praktizierenden gibt. Die Praxis von Zazen sensibilisiert für die Naturerfahrung und das Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Für einen Themenschwerpunkt der sich z.B. auf Heilkräuter und ökologisches Verhalten im Alltag konzentriert, werden noch Interessierte und kompetente Personen gesucht.

Die Idee in möglichst vielen Dojos Verantwortliche/Interessierte für ZEN und Natur zu motivieren, die eigenständige Aktivitäten in den Dojos entwickeln wurde bisher nicht aufgegriffen bzw. fanden sich keine Interessierte und/oder es wurde nicht kommuniziert.

Last but not least ein Gedicht:

In spring, the cherry blossoms,

In summer, the cuckoo's song,

In autumn, the moon, shining,

In winter, the frozen snow:

How pure and clear are the seasons

PDF (DE)

([1])           De: ZEN Poetry of DOGEN and other ZEN Masters – cité par Maître Roland Yuno Rech

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